Rammelsberg Bergbaumuseum
An den Mann im Spiegel
Du bist ein krummer, dummer Hund!
Und hast es doch so gut gehabt,
Bist gar nicht reich und bist gesund,
Auch großenteils nicht unbegabt.
Du altes Schwein im Trüffelbeet,
Weißt du auch stets,
wie gut’s dir geht?
Du, spring nicht über Schranken,
Die höher, als du selbst bist, sind.
Vergiß nie, täglich wie ein Kind
Für alles tief zu danken.
(J. Ringelnatz)
Rotes Tulpenmeer...
Fotografie im Berkwerk ist untertage wie übertage interessant.
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Ohne den Rammelsberg und sein Erz, ohne den Bergbau wäre die Stadt Goslar am Nordrand des Harzes wohl nie zu einem Hauptsitz der deutschen Kaiser und zu einer wichtigen Handels- und Hansestadt geworden.
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Der Bergbau am Rammelsberg wurde erstmals 968 urkundlich erwähnt. Der Berg erhielt seinen Namen nach der Sage vom Ritter Ramm: auf einem Jagdausflug bindet der Ritter, ein Gefolgsmann Kaiser Ottos des Großen, sein Pferd an einen Baum, um dem Wild im unwegsamen Gelände zu Fuß nachzustellen. Das Ross scharrt in ungeduldiger Erwartung seines Herren mit den Hufen und legt so eine Erzader frei.
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Im Rammelsberg wurden hauptsächlich Galenit (Bleiglanz), Chalkopyrit (Kupferkies), Sphalerit (Zinkblende), Baryt (Schwerspat) sowie Vitriole zu Tage gefördert. Aus den Erzen wurden u. a. Silber, Blei, Kupfer, Zink und ab dem 18. Jahrhundert auch Gold gewonnen. Darauf beruht auch der große Reichtum der Stadt Goslar im Mittelalter. Nach dem zunächst kaiserlichen Besitz an den Bergwerken (die Pfalz wurde deshalb von Werla nach Goslar an den Fuß des Rammelsberges verlegt, s. Kaiserpfalz Goslar), gelangte die Stadt in deren Besitz. Im 16. Jahrhundert erlangten – nach kriegerischen Auseinandersetzungen – die Braunschweiger Herzöge den Grubenbesitz (Riechenberger Vertrag).
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Da die Nationalsozialisten den Rammelsberg mit seinen Metallerzen als kriegswichtig ansahen und die schwierige Aufbereitung der Erze technisch gelöst war (Flotation), wurde das Bergwerk stark ausgebaut. So entstanden im Zuge des „Rammelsbergprojekts“ bis 1936/1937 die heutigen Tagesanlagen mit der Hangaufbereitung und dem Rammelsbergschacht. Architekten waren Fritz Schupp und Martin Kremmer, von denen auch andere bedeutende Industriebauten entworfen wurden (u. a. die Zeche Zollverein im Ruhrgebiet; heute ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe).
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Besondere Sehenswürdigkeiten des historischen Bergbaus sind u. a. der Röder-Stollen (mit mehreren Wasserrädern, die der Entwässerung der Grube und der Erzförderung dienten; ein Nachbau befindet sich in München: Deutsches Museum), das Feuergezäher Gewölbe (ältester ausgemauerter Grubenraum Mitteleuropas), der Rathstiefste Stollen (Entwässerungsstollen aus dem Mittelalter; mit farbigen Vitriolkrusten ausgekleidet), das Anfahrhäuschen (18. Jahrhundert), der Maltermeisterturm (ältestes Industriebauwerk Deutschlands); alte Halden (älteste aus dem 11. und 12. Jahrhundert).
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Nach weit über 1.000 Jahren und fast 30 Mio. t gefördertem Erz wurde die Förderung am 30. Juni 1988 wegen weitgehender Erschöpfung der Lagerstätte eingestellt. Ein Bürgerverein setzte sich vehement gegen den geplanten Abriss der Übertageanlagen und Verfüllung der historischen Grubenräume ein, so dass aus dem stillgelegten Bergwerk ein einzigartiges Museum wurde, welches seit 1992 zusammen mit der Goslarer Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg sind Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH).
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Bedingt durch das Wirtschaftswunder und die 1950 steil gestiegenen Blei- und Zinkpreise unternahm man im selben Jahr Untersuchungen in den Banderzvorkommen. Nach erfolgreichen Versuchen diese Armerze, die einen verwertbaren Metallgehalt von ca. 25 % hatten, aufzubereiten, wurde 1953 die Banderzaufbereitung am Bollrich oberhalb von Oker in Betrieb genommen. Für die Planung der Anlage war – wie auch bei den heutigen Tagesanlagen am Rammelsberg – der Zechenarchitekt Fritz Schupp verantwortlich.
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Goslars Geschichte ist eng und untrennbar mit der Geschichte des Rammelsbergs verbunden. Der Silberreichtum zog die salischen Kaiser nach Goslar. Damals ja noch ohnen festen Wohnsitz, bauen sie sich in Goslar eine Pfalz. So wird Goslar für zwei Jahrhunderte zur heimlichen Hauptstadt ihres Reiches. Das Erz des Bergwerks und der Handel mit den Schätzen des Berges machte Goslar im Mittelalter zu einer reichen und bedeutenden Stadt. Der Verlust der Bergbaurechte entzog der Stadt im 16. Jahrhundert die wirtschaftliche Grundlage.
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Die öffentliche Armut als Folge dieses Verlustes trug aber dazu bei, das mittelalterliche Gepräge der Altstadt von Goslar über die Jahrhunderte hin unverfälscht zu erhalten. Die reichverzierten Bürgerhäuser künden so noch heute von der einstigen Blüte der Stadt am Fuße des Rammelsberges.
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Wer Goslar besucht, muss unbedingt den Rammelsberg besichtigen! Ohne Bergbau würde diese Stadt nicht existieren! das ist wahr! Dank dem Bergwerk Rammelsberg und der Goslarer Altstadt ist Goslar seit 1992 Welterbe der UNESCO geworden Im Juni 1988 stillgelegt, ist das Bergwerk Rammelsberg eines der größten Bergbaumuseen Europas geworden. Hier erleben der Besucher eine 1000-jährige Bergbaugeschichte
Im Bergwerk der Erzdummheit gibt es keine Arbeitslosen.
© Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926) - Die Erzaufbereitung am Rammelsberg war bis zur Stilllegung des Bergwerks im Jahre 1988 in Betrieb. Der Besucher erfährt hier, was mit dem herausgeförderten Erz passierte. Er sieht wie das Rammelsberger Erz in Backenbrechern und Kegelbrechern gebrochen wurde, wie es in den Kugelmühlen ganz fein gemahlen wurde, bevor es - zu Konzentraten zusammengeführt - zum Erschmelzen der metalle in die Hütten der Umgebung transportiert wurde.